Sonntag, 30. August 2020

Kochen im Wald (Video)

Rezept des Tages: Rennsteigkusteln

Man nehme: 
  • 250 g Kusteln 
  • 2.000 Tonnen Rennsteig aus dem Bioladen 
  • 80 Liter Einsamkeit 
  • Fertigsoße (um Mitternacht bei Aldi gekauft) 
  • Gewürze. 

Zubereitung:

80 Liter Einsamkeit auf 100 Grad erhitzen oder 4 Teile Einsamkeit a 25 Grad zusammenschütten. Kusteln, Gewürze, Kochbuch, leere Bierdose, Spinnenbeine und was sonst noch so rumliegt hinzufügen. Rühren!!! Über Nacht abkühlen lassen. 

Bon Apetit!







Mittwoch, 12. August 2020

Mittwoch, 5. August 2020

Wild campen

Wir waren schon wild campen bevor es cool war. Reiseblogger und Biber NiQi hat sogar eine Liste mit geprüften Schlaf- und Nistplätzen zusammengetragen. Aus Gründen eines verbesserten Google-Rankings veröffentlichen wir hier den Link zur Seite: http://www.biwak-thüringen.de Möge der allmächtige Google-Algorithmus für immer über uns herrschen.


Sonntag, 1. September 2019

Sonntag, 11. August 2019

Unboxing MSR Freelite

Das MSR Freelite Ultraleicht-Zelt ist so ziemlich das nützlichste Utensil, dass Traveller auf einer Reise dabei haben können. Egal ob mit dem Fahrrad auf dem Mount Everest, einer mehrtägigen Wanderung durch die polnischen Aluminiumwüsten oder einer kurzen Runde um den (Ost-)Block: Das MSR Freelite bietet Schutz vor Kälte, spendet Schatten und kann stundenlang zuhören. Seine scheußliche Farbe vertreibt wilde Tiere. Nass zusammengerollt ist es eine tödliche Nahkampfwaffe. Das Beste: Sie müssen auf ihrer Reise keine schweren Geldmünzen oder sperrigen Geldscheine mit sich herumschleppen. Denn das MSR Freelite  kostet 4.500 Euro und ist damit das teuerste Zelt in seiner Klasse. Zumindest in unserem Shop (link in Bio). Auf Wunsch bieten wir das Ultrateuer-Zelt auch noch kostenintensiver an. Ihre Brieftasche wird nie wieder so leicht sein !!!













Montag, 15. Juli 2019

Socks and the City - Zu Fuß durchs Erfurter Hinterland (Tag 4)

Tag 4: Von Marbach nach Erfurt

Die Luft ist raus. Ich will nicht mehr. Doch das Ziel ist noch nicht erreicht. Als erste Amtshandlung des Tags entferne ich zwei weitere Zecken, die ich wohl gestern in meiner Unterhose übersehen haben muss. Mangels Werkzeug benutze ich meine Fingernägel als Pinzette. Borreliose ick hör dir trapsen.

Das erste Bild des Tages zeigt Stacheldraht. Viel besser wird es auch nicht mehr.

Alach, Bindersleben,Schmira,Stedten,Möbisburg


Ich mache mich auf dem Weg nach Alach und passiere den Flughafen, von dem nie etwas fliegt. In Bindersleben esse ich einen Döner. IKEA schenke ich mir. Ist ja auch kein Ort. In Schmira provozieren mich zwei Gänse. Und auch Stedten und Möbisburg hake ich nur noch ab.


Das schönste Bild des Tages. Schmira. Im Ort selber werde ich von Gänsen provoziert!

Nach 6 Stunden Wanderzeit erreiche ich Möbisburg- Rhoda und mache die Runde komplett. Doch wo ist das Empfangskomitee? Früher gab's bei solchen Anlässen noch Salz und Brot, dazu ein Pionierchor der herzige Heimatlieder trällert. Stattdessen gönne ich mir Bier und Pizza in Waldhaus

Das leckerste Bild des Tages. Weil die vegetarische Pizza im Waldhaus absolut uninspiriert ist, stelle ich mir selber eine zusammen. Das Ergebnis kostet mich dann 16 Euro!

Fazit


Zeit für ein Fazit: Klar kann man 80 Kilometer in vier Tagen abwandern. Doch ist es schlau? Ich weiß es nicht. Sechs Tage wären schon besser gewesen. Aber dummerweise muss ja das Brot irgendwann auch verdient werden und dusselige Texte schreiben hat noch niemanden reich gemacht. Kulinarische Höhepunkte darf  man im Erfurter Umland nicht erwarten. Manchmal wäre man schon dankbar, wenn einen eine Omi ein trockenes Brötchen schenkt. 

Geldautomaten habe ich exakt zwei gesehen. Kartenzahlung ist selten möglich. Lohnt sich die Tour? - Kommt drauf an. Wer seine Zeit gerne in schöner Natur verbringen möchte wandert vielleicht lieber über den Rennsteig. Dort gibt's  genauso wenig Gastronomie. Fasten kann man also überall. 

Die Strecke rund um Erfurt bietet aber einige Skurilitäten vom Eigenblutlifting über "Fickt-Euch-Allee" bis hin zum Lustschloss des mysteriösen Herrn Hack. Auch die eine oder andere Dorfkneipe treibt einen schon fast Nostalgie-Tränen ins gerührte Auge. 

Die nächste Biber-Tour heißt dann vielleicht "Die letzten ihrer Art" und besucht vom Aussterben bedrohte Gastronomie-Perlen in Thüringen. Vorschläge könnt ihr gerne in die Kommentare schreiben. Bis dahin: Schöne Grüße vom linken Biber.


Sonntag, 14. Juli 2019

Socks and the City - Zu Fuß durchs Erfurter Hinterland (Tag 3)

Tag 3: Von Stotternheim nach Marbach


Das Geräusch der nahen Kiesbagger weckt mich. Es ist 6:00 Uhr. Mit einiger Überwindung hüpfe ich in den eiskalten See. Vorsicht Glasscherben im Wasser. 7:30 Uhr sitze ich bei Bäcker Thieme, esse Käsebrötchen und trinke Kaffee. Im Netto hole ich mir eine Flasche Mineralwasser. "Nur diese Selters?" fragt die Kassiererin forsch. – Ich fühle mich schuldig und bejahe die Frage kleinlaut. "Macht 19 Cent". Ich zahle mit einem 20 € Schein. Ihr missbilligender der Blick verfolgt mich bis zur Tür. 

Mit diesem Wecker ist verschlafen unmöglich. Ausschlafen auch.

Alperstedter See

Mein nächster Stopp ist der Alperstedter See. Ich finde einen hübschen kleinen Strand. Ich bin allein. Weil ich meine Badehose nicht nass machen will hüpfe ich ohne ins kalte Wasser. Fünf Sekunden später betritt ein älteres Ehepaar die Kulisse. Hmpf! Ich bleibe länger im Wasser als geplant. Dann verlasse ich den See. Meine Handtuch liegt direkt neben dem rastendem Ehepaar. "Guten Tag  – iss kalt.?" Wir plaudern noch ein bisschen während ich meine Sachen anziehe. Mittlerweile ist es schon wieder elf. Und ich will heute noch nach Marbach.

Niemand weiß warum der Mülleimer auf dem Foto ist. Wahrscheinlich ging es dabei irgendwie um die Banalität des Alltäglichen oder die Ästhetik des Realismus. Ganz sicher hat es nichts mit der traumatischen Müll-Erfahrung vom Luthersee zu tun. (Tag 2)

Nöda, Mittelhausen,Kühnhausen

In Nöda bewundere ich die Bushaltestelle und den Kaugummiautomaten. Die drei Kilometer nach Mittelhausen laufe ich auf der viel befahrenen Landstraße. Gar nicht mal so geil! Mittelhausen betrachte ich von einer schönen bequemen Bank aus, die im Garten vor der Kirche steht. Wahrscheinlich verpasse ich dadurch zahlreiche bemerkenswerte Sehenswürdigkeiten. Hilft aber nix. Ich bin total erledigt. Mittlerweile ist es auch schön warm. Die Sonne knallt bei 32°. Und nicht einmal die Hälfte des heutigen Weges geschafft. Der Pfad zum Ziel führt über Kühnhausen. Am Ortseingang sehe ich einen sehr alten Bekannten. Die ehemals populäre Marke Goldbroiler war früher mal ein feines Restaurant in der Erfurter Innenstadt. Jetzt ist es ein Imbiss für Autofahrer auf dem Weg nach Mittelhausen. In meinem Kopf entstehen sofort Geschäftsideen die Marke wieder zu beleben. Doch eigentlich will ich doch nur herumvagabundieren und seltsame Texte schreiben.

Dieser Kaugummiautomat in Nöda hatte es dem Wanderer angetan. Verständlich.

Tiefthal

Nach einem langen schmerzerfüllten Weg voller Leid erreiche ich Tieftal. Der Gasthof hat zwar geschlossen, doch ich gönne mir ein Bier im Getränkestützpunkt. Schon bald gesellen sich andere Trinker zu mir und erzählen Witze in meine Richtung, einige davon gar nicht mal so schlecht. Auch sonst ist das der schönste Ort, dem ich heute über den Weg gelaufen bin. Apropos Weg – der Pfad auf den mich Google Maps diesmal leitet ist echt abenteuerlich. Vermutlich ist die Kräuterhexe des Dorfes zehn mal hier lang gerannt und hatte die Standortermittlung ihres iPhones aktiviert. Am Ende des Weges sammle ich drei Zecken von meiner Epidermis. Eine davon hatte sich schon halb rein gebohrt.

Der Weg nach Tiefthal. Ihn zu begehen war nicht halb so schön wie es aussieht (Füße!). Trotzdem sind Weg und Ort uneingeschränkt zu empfehlen.

Salomonsborn

Anbetracht der fortgeschrittenen Tageszeit lasse ich Schaderode rechts liegen und krauche gleich nach Salomonsborn. Einst sammelten sich hier meine schlesischen Vorfahren nach dem Krieg. (Wahrscheinlich noch ein bisschen zerstörter als ich heute.) Im Landgasthof genehmige ich mir ein Spargelsüppchen (exzellent) und einen Wildkräutersalat für zehn Euro (jeden Euro wert). Als es draußen beginnt zu grollen, wird es Zeit für das letzte Etäppchen des heutigen Tages.


Eine Dreiviertelstunde später erreiche ich das Gartenhäuschen meine Eltern auf dem Käferberg in Marbach.
(weiter zu Tag 4)


Leider ohne Audrey Hepburn: Frühstück in Stotternheim.


Symbolbild für meine Zeit in Mittelhausen
Nicht tot zu kriegen: Der Goldbroiler (Doppeldeutigkeit beabsichtigt)

Diese Gaststätte am Bahnhof Kühnhausen öffnet erst Abends. Wochen später war ich nochmal da. Zur Beschreibung bräuchte es einen extra Artikel. Unbedingt besuchen, solange es die Kneipe noch gibt.

Solaranlage in Tiefthal


Im Ernst Google Maps?





Glücklich derjenige der Eltern hat, die ein Gartenhäuschen haben.
Den Glückskeks hatte ich noch aus dem Chinarestaurant in Dittelstedt.